Der Dachfonds zählt zur Anlageklasse der Investmentfonds. Wie die Bezeichnung bereits nahe legt, macht die wesensgemäße Besonderheit des Dachfonds seine Vermögensanlage in andere Fonds aus, die in näherer Kennzeichnung dieses Zuordnungsverhältnisses auch als Zielfonds charakterisiert werden können.
Die Orientierung
Diese grundlegende Anlagestrategie grenzt den Dachfonds in unterscheidungskräftiger Weise von dem klassischen Aktienfonds ab, der sein Kapital in unterschiedliche Einzelwerte investiert. Demgegenüber sind Dachfonds von dem maßgeblichen Anlageziel geleitet, mittels einer breiten Streuung des eingesetzten Vermögens das Investitionsrisiko zu minimieren.Je nach Anlagepolitik der Investmentgesellschaft, die den Dachfonds auflegt und ihm eine defensive, ausgewogene oder aber eher offensive Ausrichtung geben kann, kommen als Zielfonds sämtliche übrigen Anlageklassen von Fonds in Betracht - wie etwa Immobilienfonds, Geldmarktfonds, Rentenfonds oder Aktienfonds. So wird beispielsweise ein offensiver Dachfonds vornehmlich in mehrere renditeträchtige Aktienfonds investieren, während der konservative Dachfonds seinen Anlageschwerpunkt bei sicherheitsorientierten Immobilien- und Rentenfonds sucht. Wiederum abhängig von der jeweiligen Risikoorientierung des Dachfonds, kann im Rahmen der Diversifikation auf einer zweiten Entscheidungsebene zudem eine nähere Auswahl nach bestimmten Branchen, Regionen oder Ländern erfolgen. Dachfonds beteiligen sich zum Beispiel an global agierenden Aktienfonds in gleicher Weise, wie sie in bestimmten Nischenfonds der Biotechnologie investiert sind oder auch Anlagekapital einem Fonds zur Verfügung stellen, der auf Schwellenländer wie Brasilien oder Indien setzt.
Vorteile
Dachfonds bieten den unabweisbaren Vorzug einer Diversifikation des Anlagekapitals - und damit eine Reduzierung des Investitionsrisikos. Das Gelingen dieser Risikostreuung setzt allerdings eine geschickte und weitsichtige Umsetzung der anvisierten Anlageziele durch das Fondsmanagement voraus. Das wird sich im Einzelfall dauerhaft nur sicherstellen lassen, wenn das Management seine Entscheidungen unabhängig und frei von Rücksichten auf die eigene Investmentgesellschaft treffen kann. Unter dem Stichwort der mangelnden Transparenz sieht sich insbesondere die Dachfondsbranche bisweilen dem Vorwurf ausgesetzt, das Management bevorzuge bei der Auswahl von Zielfonds Anlageprodukte der eigenen Gesellschaft.
Kostenstruktur
Besitzer von Investmentanteilen an einem Dachfonds werden mit nicht unbeträchtlichen Gebühren belastet. Neben der Verwaltungsvergütung für das Fondsmanagement des Dachfonds werden dem Anleger zudem die entsprechenden Gebühren in Rechnung gestellt, die auf der Ebene des Zielfonds entstehen. Abgesehen von diesem doppelten Kostenanfall, verlangen einige Investmentgesellschaften überdies eine zusätzliche Erfolgsvergütung, wenn und soweit der Dachfonds Gewinne erwirtschaftet.
Dachfonds und Abgeltungssteuer
Seit dem 01.01.2009 sind realisierte Gewinne aus Veräußerungen von Aktien und Aktienfondsanteilen der Abgeltungssteuer in Höhe von 25% des Kapitalzuflusses unterworfen. Da der Gesetzgeber zugleich auch die zuvor geltende Haltefrist kassiert hat, gilt die Steuerpflicht auch dann, wenn sich der Anleger erst nach Ablauf eines Jahres von seiner Anlage trennt. Dieser neuen Rechtslage können Anleger mit einem Investment in einen Dachfonds wirksam begegnen. Das Management eines Dachfonds kann im Wege des Kaufs oder Verkaufs einzelner Positionen jederzeit Umschichtungen innerhalb des Fondsportfolios vornehmen, ohne damit einen für den Anleger relevanten Steuervorfall auszulösen.