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  • Aktie mit Airbag

    In der Finanzwelt handelt es sich bei Derivaten (latein: derivare = ableiten; übersetzt vom Übersetzungsbüro) um Wertpapiere, deren Wert sich von der Entwicklung einer Anlageklasse, eines sogenannten Basiswerts, ableitet. Anlageklassen können beispielsweise Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch Rohstoffe sein.

    Der Weg nach Oben
    Eine Derivate-Gattung, die in den vergangenen Jahren unter Anlegern immer bekannter geworden ist, sind Zertifikate. Um zu verstehen, wie Zertifikate vom Grundsatz funktionieren, sei hier das erste Zertifikat erwähnt, das 1989 auf den Markt kam: Ein Index-Zertifikat auf den Deutschen Aktienindex (DAX). Mit dem Papier konnten Anleger auf die positive Wertentwicklung des DAX setzen und 1:1 daran teilnehmen. Entwickelt sich etwa bei einem Index-Zertifikat der Kurs des Basiswerts um 20 Prozent nach oben, steigt auch der Wert des Index-Zertifikats um 20 Prozent. Der Vorteil des DAX-Zertifikats: Anleger können mit einem einzigen Papier auf die 30 Aktienwerte des DAX setzen und somit ihr Investment und somit das Verlustrisiko zu streuen.

    Die verschiedenen Arten
    Inzwischen gibt es mehrere Zertifikate-Gattungen wie Bonus-, Discount- oder Garantie-Zertifikate. Für welchen Typ sich der Anleger entscheidet, hängt von seiner Ausrichtung ab. Für konservative Anleger eignen sich zum Beispiel Garantie-Zertifikate, da der eingezahlte Nominalbetrag für das Papier zum Laufzeitende in jedem Fall wieder zurückbezahlt wird. Allerdings: Rechtlich gesehen sind Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen. Sollte der Emittent (=Zertifikate-Anbieter) insolvent werden, kann es im schlechtesten Fall zum Totalverlust kommen.

    Die Zertifikate
    Neben Garantie-Zertifikaten sind auf dem deutschen Markt besonders Bonus-Zertifikate beliebt. Sie werden auch als "Aktie mit Airbag" bezeichnet. Denn ein Bonus-Zertifikat auf eine Aktie als Basiswert entwickelt sich grundsätzlich 1:1 zum Aktienwert. Auch wenn der Kurs der unterlegten Aktie während der Laufzeit moderat fällt, können Zertifikate-Anleger Gewinne erzielen, während Aktien-Anleger Verluste machen. Der Anleger erhält eine Bonus-Zahlung, solange der Startwert der unterlegten Aktien einen bestimmten Wert, zum Beispiel 70 Prozent des Startwerts nicht unterschritten hat.

    Der Vorteil der Anleger
    Anleger können also am Aktienmarkt Geld verdienen und sich zugleich gegen Kursverluste des Aktienkurses absichern. Banken konstruieren die Papiere an den Terminmärkten mit Finanzinstrumenten, die die Auszahlung der Zertifikate absichern. Anleger wissen vor jedem Investment, in welchem künftigen Szenario sie wie viel Geld gewinnen oder verlieren können. Außer Zertifikaten gehören noch andere Finanzinstrumente wie Optionsscheine und Futures zu den Derivaten, auf die zumeist eher Börsenprofis zurückgreifen. Im Zuge der starken Kurseinbrüche, die die Finanzkrise verursacht hat, haben auch viele Derivate an Wert verloren. In Zeiten sich erholender Kurse und auch in leicht fallenden Märkten sind Zertifikate dennoch eine clevere Alternative zu Aktieninvestments. Derzeit liegen Bonus- und Discount-Zertifikate wieder im Trend, da Anleger mit ihnen auch bei Kursschwankungen attraktive Renditen erzielen können.