Anleger sind immer wieder auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten, die binnen kurzer Zeit hohe Renditen erwirtschaften. Diese Anlagen weisen meist hohe Risiken auf, wie etwa die Kursschwankungen bei Aktien. Viele Anleger mussten gerade in der jetzigen Finanzkrise erfahren, dass auch Aktien- und Aktienfonds mitunter sehr hohe Verluste aufweisen können.
Das richtige Zinsdifferenzgeschäft
Auf der Suche nach einer Anlagealternative ist in den letzten Jahren vermehrt das Zinsdifferenzgeschäft ausgeführt worden. Hierbei investiert man nicht direkt in Aktien- und somit Unternehmenswerte, sondern Anleger nutzen die Zinsdifferenzen zwischen Geldaufnahme und Geldanlage aus. Renditen werden dann erzielt, wenn die Zinsen für die Kreditaufnahme niedriger sind als die Renditen für Geldanlagen. Anleger, die beispielsweise einen Kredit mit einem Zinssatz von 4,5% p.a. erhalten und ihr Geld wiederum als Festgeld mit einer Rendite von 5,5% p.a. anlegen, erzielen hierbei eine Rendite von 1%.
Zinsdifferenzgeschäfte wurden in den letzten Jahren aber nicht nur innerhalb eines Landes, sondern länderübergreifend ausgeführt. So wurden die Kredite in Ländern mit niedrigem Zinsniveau, zum Beispiel in Japan, aufgenommen, die Geldanlage hingegen erfolgte in Ländern mit hohen Anlagezinsen. Da Japan in der Vergangenheit eine Zinspolitik nahe der 0%-Grenze verfolgte, waren die möglichen Gewinne hoch. Sollten Sie eine Erschließung dieses Marktes in Angriff nehmen, ist es vom Vorteil eine sogenannte translation agency zu engagieren.
Mit Risiko zum Erfolg
Ebenso wie bei Aktienanlagen gehen Anleger bei Zinsdifferenzgeschäften ebenfalls hohe Risiken ein. Nicht nur, dass sich das Zinsniveau des Landes verändern kann, auch die Währung, in der der Kredit aufgenommen wurde, kann schwanken. Währungsschwankungen treten beispielsweise bei einer Veränderung der Leitzinsen, einer Veränderung der Inflation oder aber aus politischen Gründen auf. Steigt der Kurs der Währung, erhöht sich auch die Summe des aufgenommenen Kredites, die Rendite sinkt. Auf der anderen Seite erhöht sich natürlich die Rendite, wenn der Wert der Fremdwährung sinkt. Es handelt sich also auch hier, ebenso wie bei Aktien, um Spekulationsgeschäfte, bei denen auf die eine oder andere Wertentwicklung „gewettet“ wird.
Auswirkungen der Krise
Im Zuge der Finanzkrise haben die Notenbanken in der ganzen Welt ihre Leitzinsen gesenkt.Allein der Leitzins der Europäischen Zentralbank wurde seit Herbst 2008 stufenweise von 4,25% auf mittlerweile 1,25% gesenkt. Die USA und Großbritannien verfolgen gar nahezu eine 0%-Politik, um ihre Wirtschaft zu unterstützen. Für Anleger, die bisher Zinsdifferenzgeschäfte ausgeführt haben bedeutet dies, dass die Zinsdifferenz zwischen den einzelnen Ländern stark abgenommen hat und sich somit diese Anlagen kaum noch rentieren. Da sich die weltweite Wirtschaft in den kommenden Monaten wohl nur langsam erholen wird und das Risiko der Inflation aktuell nicht akut ist, werden die Zinssätze auch in naher Zukunft sehr niedrig bleiben, was sich auch auf die Margen zwischen Geldaufnahme und Geldanlage auswirkt.
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