Hedgefonds haben in der Gesellschaft einen ambivalenten bis schlechten Ruf. Die breite Bevölkerung denkt bei dem Begriff Hedgefonds an Kürzungen, Rationalisierung und Jobverlust. Der Begriff der Heuschrecke, wie ihn Franz Müntefering prägte, ist vielen Menschen im Kopf hängen geblieben. Niemand weiß so ganz genau, wie sie funktionieren, woher sie ihr Kapital bekommen und welche Ziele sie verfolgen. Generelle Antworten auf diese Fragen gibt es auch nicht, weil es eine Vielzahl unterschiedlicher Hedgefonds gibt, die nach ganz unterschiedlichen Funktionsweisen agieren und vollkommen verschiedene Ziele verfolgen. Aber was machen Hedgefondtrader denn hauptsächlich an der Börse?
Long/Short Strategien
Hedgefondtrader die mit Long/Short Strategien arbeiten, können sowohl von fallenden, als auch von steigenden Kursen eines Wertpapiers profitieren. Der Kauf von Wertpapieren erfolgt oftmals mit einem hohen Fremdkapitalanteil, sodass der Hedgefondtrader eine Hebelwirkung erzielt, die die Performance erhöht. Beim Shortselling setzt der Hedgefondtrader auf fallende Kurse, er verkauft Wertpapiere, die er nicht besitzt und kauft diese zum Liefertermin an der Börse zurück. Ist der Kurs des Wertpapiers zwischenzeitlich gefallen, macht der Hedgefonds Gewinn. Ist der Preis hingegen gestiegen, macht er einen Verlust. Fälschlicherweise werden Hedgefonds regelmäßig verdächtig, Kurse absichtlich zu manipulieren (zum Beispiel durch das Verbreiten von Falschmeldungen oder den Aufbau künstlichen Verkaufsdrucks), um überproportional zu profitieren. Neben Aktien werden auch Währungen oder Rohstoffe gehandelt, bei denen eine Manipulation sicherlich deutlich schwieriger ist, als bei Smallcaps.
Trendfolgestrategien
Bei Trendfolgestrategien geht es weniger um kurzfristige Gewinne, als um die Partizipation an mittel bis langfristigen Trends. Der Hedgefondtrader positioniert sich auch hier entweder Long oder Short und setzt meist Fremdkapital ein um eine hohe Hebelwirkung zu erzielen. Trendfolgestrategien funktionieren sowohl in steigenden, als auch fallenden Märkten und kommen nicht nur am Aktienmarkt zum Einsatz.
Arbitragegeschäfte
Arbitragegeschäfte bringen den Hedgefondtradern nur vergleichsweise geringe Renditen, allerdings sind die Renditen in der Regel sehr sicher und es besteht nur ein minimales Verlustrisiko. Beim Arbitragetrading nutzt der Hedgefondtrader die Differenz zwischen den Kursen an verschiedenen Handelsplätzen aus.
Managed Futures
Hier handeln die Hedgefondtrader mit börsennotierten Derivaten und setzen auf steigende, sowie fallende Kurse verschiedener Basiswerte aus unterschiedlichen Assetklassen (zum Beispiel Rohstoffe, Devisen, Aktienindizes). meist erfolgt der Handel komplett computergestützt. ein Handelssystem fällt die Entscheidung, sodass Emotionen beim Trading keine Rolle mehr spielen. Managed Futures Strategien sind oft besonders erfolgreich. Einige System erwirtschaften bereist seit über 15 Jahren relativ konstante Renditen im hohen zweistelligen Prozentbereich. Allerdings kommt es auch immer wieder zu kurzzeitigen Verlusten im zweistelligen Bereich!