Alles wird teurer
Diesen Satz hört man beinahe täglich, besonders aus den Mündern von Menschen, die sich noch an die Preise aus D-Mark-Zeiten erinnern. Zeiten, zu denen eine Kugel Eis noch 50 Pfennig und ein Liter Benzin noch 1,40 DM kosteten. Es wird geschimpft auf den Euro, auf den Staat, auf die Regierung – doch es hilft alles nichts, denn die Preise steigen weiter. Mittlerweile wird auch das Wohnen in Städten immer teurer!
Wohnen in Städten
Städte wie München oder Frankfurt haben es vorgemacht und jetzt zeigen aktuelle Immobilienstudien, was im Grunde schon alle wussten: Auch in Hamburg und Berlin wird das Wohnen immer teurer. Im Vergleich zum Jahr 2009 stiegen die durchschnittlichen Mieten in Berlin um 7.9 Prozent. Die Mietbelastung in der Hauptstadt liegt derzeit bei durchschnittlich 26,6 Prozent, das bedeutet, die Berliner geben mehr als ein Viertel ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Die teuersten Stadtteile Berlins sind Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Hier kostet ein Quadratmeter Wohnfläche bis zu 8,10 Euro. Auch vor Eigentumswohnungen hat die Preissteigerung keinen Halt gemacht: Während der Quadratmeterpreis in Berlin Mitte 2010 noch bei 1918 Euro lag, ist er nun fast zehn Prozent teurer geworden. Bei Neubauten werden sogar erstmals seit zehn Jahren Quadratmeterpreise über der 3000 Euro-Marke festgestellt.
Münchner Verhältnisse
Auch, wenn einem bei solchen Studienergebnissen schon beinahe schwindlig wird, kann Hamburg diese Zahlen noch toppen:
Die Mieten in der Hansestadt sind im Vergleich zum Jahr 2010 um durchschnittlich sieben Prozent auf nunmehr 9,75 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Die höchsten Mieten zahlt man in den Bezirken Hamburg-Nord, wo sich der Preis pro Quadratmeter auf stolze 11,70 Euro beläuft, gleich gefolgt von Eimsbüttel und Altona, mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 11,20 Euro. Auch der Kauf einer Immobilie ist in Hamburg derzeit alles andere als günstig. Der Preis je Quadratmeter ist in diesem Jahr rund 8,5 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Richtig teuer wird es in der Hafen City. Seit 2009 ist dort der Preis pro Quadratmeter um mehr als 30 Prozent gestiegen und beträgt nun durchschnittlich 5243 Euro, in Eimsbüttel oder Eppendorf zahlt man sogar bis zu 7516 Euro.
Ein simples Prinzip
Natürlich fragt man sich weshalb die Preise fürs Wohnen in Berlin und Hamburg derartig in die Höhe schnellen. Die Antwort lautet „Angebot und Nachfrage“ – ein simples Prinzip aus der Marktwirtschaft und eine von vielen Erklärungen für das teure Wohnen in Städten. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, steigt infolgedessen der Preis. Dass in Hamburg rund 40.000 Wohnungen fehlen, wirkt sich demnach entscheidend auf das dortige Preisniveau der Immobilien aus.
Weitere Übeltäter sind Strom, Öl und Gas, deren Preise durchschnittlich um 63 Prozent gestiegen sind. Das wirkt sich natürlich auf die Nebenkosten einer Immobilie aus, die letztendlich der Mieter zu tragen hat. Hinzukommend müssen bei Neubauten seit einiger Zeit Klimaschutzanforderungen erfüllt werden, was den Preis der fertigen Immobilie ebenfalls steigert.
Zukunftsprognosen berücksichtigen
Trotz dieser düsteren Fakten sollten sich Miet- oder Kaufwillige nicht entmutigen lassen, denn in Berlin als auch in Hamburg gibt es Stadtteile, in denen das Wohnen noch erschwinglich ist, die allerdings stark „im Kommen“ sind. Ähnlich, wie es sich mit dem beliebten Hamburger Schanzenviertel verhalten hat, mausern sich Stadtteile wie Harburg und Wilhelmsburg immer mehr. In Berlin wird ein ähnlicher Wandel für den Bezirk Neukölln erwartet. Hier weitere Infos und zahlreiche Wohnungsangebote für Hamburg und Berlin.