Wenn man sich abends bei einem Glas Wein zurücklehnt und die Ereignisse der letzten Jahre an den Finanzmärkten Revue passieren lässt, kann man schon den Eindruck gewinnen, die Menschheit hätte nichts aus den dramatischen Ereignissen des Jahres 2007 gelernt. Als wäre die Börse nur mal einige Jahre auf Talfahrt gegangen und hätte sich dann wieder erholt.
Wird die Finanzmarktkrise überhaupt Auswirkungen auf den Kapitalismus haben, oder gleichen die Finanzmärkte weiterhin Spielautomaten, die zum Symbol für Geldvernichtung geworden sind? Vieles spricht dafür, dass der Spielautomaten, Kapitalismus wieder da ist: die Börsenkurse sind deutlich gestiegen, auch die Preise für Rohstoffen sind in den letzten Monaten angezogen und die institutionellen Anleger legen wieder neue Hedgefonds auf, die mit Schwankungen auf den Märkten spielen. Allen Rufen nach einer stärkeren Regulierung zum Trotz fahren die Banken satte Gewinne ein. Es spricht vieles dafür, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Märkte in die nächste Krise schlittern.
Dieses Mal scheint die Krise an den Währungsmärkten zu entstehen. Staaten halten ihre Währungen künstlich niedrig, um den Export zu stärken. Das Ergebnis sind steigende Aktienkurse. Das Fatale an der Situation ist, dass Länder mit niedrigeren Währungen Exportvorteile gegenüber Ländern mit höheren Währungen haben. Dies führt kurzfristig zwar zu hohen Exporten und damit steigenden Aktienkursen, trotzdem gleicht auch dieses Vorgehen einem Casino Spiel, denn die einzelnen Währungen werden nicht einzeln festgelegt, sondern immer im Verhältnis zu anderen Währungen.
Die nächste Finanzspirale ist als in Sicht, denn alle Länder werden versuchen, ihre Währungen niedrig zu halten, was zu einem Währungskrieg führen wird. Fazit: Der Casino Kapitalismus hat einen neuen alten Aspekt bekommen, den staatlichen Protektionismus. Es scheint, dass die nächste Runde der Krise sich an den Währungsmärkten abspielen wird.